FILM zum Holocaustgedenktag

Siebenundsechzig Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, findet anlässlich des Holocaust-Gedenktags, eine Doppel-Filmvorführung in Oerlinghausen statt.
Am Freitag, den 27.1.2012 ist der prämierte Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ im selbstverwalteten Jugendzentrum (JZO) an der Detmolder Straße, im Rahmen des monatlich stattfindenen FilmAbends, zu sehen. Am Samstag, den 28.1.2012 zeigt das Parlando im Alten Gasthaus Nagel (Hauptstraße 43) die Dokumentation, die auf der Berlinale 2010 Premiere feierte.
Beginn wird jeweils um 20 Uhr sein. Der Eintritt ist zu beiden Vorführungen frei.

 

Fritz Bauer war einer der profiliertesten Staatsanwälte, den die Bundesrepublik je hatte. Der Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ dokumentiert sein Wirken und erzählt von der aufrechten Person.

„Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden“. – Dieses Zitat spiegelt am besten wieder, was den Juristen Fritz Bauer in den 1950er und 1960er Jahren bei der juristischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Deutschland antreibt.
Für ihn, der 1933 als Amtsrichter in Stuttgart entlassen und ins Konzentrationslager verbracht wurde, spielte die Justiz eine entscheidende Rolle beim Wiederaufbau der Demokratie. Als Staatsanwalt rehabilitierte er die Attentäter vom 20. Juli 1944 und initiierte die Frankfurter Auschwitzprozesse. Eine wichtige Rolle spielte Bauer auch bei der Ergreifung Adolf Eichmanns.
In der Bundesrepublik löste Bauer damit erstmals eine breite öffentliche Diskussion über den Holocaust aus. Die Dokumentation führt in eine Zeit, in der vor allem die ältere Generation in Deutschland die NS-Vergangenheit verdrängte. 1968 starb Fritz Bauer. Sein überraschender Tod ist bis heute ungeklärt.

In Form eines filmischen Mosaiks montiert die Regisseurin Ilona Ziok Archivmaterial, Aussagen von Bauers Freunde, Verwandten und Mitstreitern. Das Rückgrat und damit der Standpunkt des Films sind Ausschnitte aus einem Auftritt Fritz Bauers in der HR-Talkshow „Heute Abend Kellerklub“ von 1964, wo der Generalstaatsanwalt das Credo seines Wirkens verkündet. Um die einzelnen Aussagen rankt sich die spannende Handlung eines beeindruckenden Lebens und das eindrucksvolle Wirkungsporträt eines der wichtigsten Demokraten und Juristen im Nachkriegsdeutschland, dessen Bedeutung für die Aufarbeitung der NS-Zeit, für die Rechtsgeschichte der Nachkriegszeit und für die politische Kultur eines demokratischen Deutschlands immens ist.